Gaming-Evolution

Veröffentlicht auf von Albaster

Da ich schon seit drei Jahrzehnten spiele, beschäftigen sich die ersten Artikel hier im Blog auch mit einem Blick zurück, sozusagen als Retrospektive. Da ich natürlich aus meinen Erinnerungen heraus schreibe, könnte mir einiges zur Thematik auch später noch einfallen, wenn ich mich weiter in den verschiedenen Beiträgen entsinne. Gegebenfalls ergänze ich dann diesen und andere frühe Artikel. Wie schon erwähnt, fing ich mit etwa 10 Jahren, also Mitte der 1980er an, Videogames zu spielen. Zuerst bei meinem damaligen besten Schulkumpel Dennis, denn er besaß den legendären Atari VCS 2600. Also jene Konsole, die das Gaming praktisch in Deutschland (und der Welt) verbreitete und gesellschaftsfähiger machte. Es folgt eine kleine Spielhistorie:

Das Atari 2600 (auch VCS genannt) gilt als Urvater der Videospielkonsolen, weil es das erste erfolgreiche System mit austauschbaren Spielmodulen war. Anfangs, im Jahre 1977, verkaufte sich die Konsole eher schleppend, doch mit Lizenzen bekannter Spielhallenhits wie Pac-Man und Space Invaders kam der große Durchbruch. Auch später fesselten zahlreiche hochklassige Spiele von Drittanbietern (etwa Pitfall oder Demon Attack) Kunden lange vor die Konsole. Im Laufe der knapp 13 Jahre, in denen das Atari 2600 erhältlich war, wurden schätzungsweise 30 Millionen Stück verkauft und es gab mehrere Revisionen der Spielkonsole.

In dieser Zeit kann ich mich besonders an Raiders of the Lost Ark (Indiana Jones), Decathlon, Jungle Hunt, Donkey Kong, Pole Position und natürlich Pac Man erinnern.

Meine eigene erste Spielkonsole war dann das Sega Master System, welche mein Vater anstatt des Atari für mich mitbrachte. Erst war ich enttäuscht, aber nur kurze Zeit später überzeugte der Sega mich uns meinem Bruder und wir verbrachten viele Stunden mit diversen Spielen (z.B. Wonderboy, Alex Kidd in Miracle World, Choplifter, My Hero, Out Run und wie sie alle hießen), dennoch wurde nur aus mir ein "Gamer".

Das SEGA Master System stellt für SEGA den Einstieg in das weltweite Konsolengeschäft dar. In den frühen 80er Jahren veröffentlichte man im Heimatmarkt Japan bereits das SG-1000 Mark I sowie das SG-1000 Mark II – zwei weitestgehend identische Systeme. Als erweiterte und optisch leicht veränderte Version erschien im Jahre 1984 das SG-1000 Mark III. Zwei Jahre später und somit ein Jahr nach der Konkurrenzkonsole NES veröffentlicht man das Gerät mit rundum erneuertem Design unter dem Namen Master System als erste SEGA-Konsole in Amerika und im Oktober auch in Europa. Am SEGA Master System wurde der Sound verbessert und sowohl Composite- als auch RGB-Ausgang spendiert. Die Japaner mussten noch ein gutes Jahr auf das aufgefrischte Stück Technik warten.

Das Master System verfügte in seiner Urversion über zwei Slots – einer las normale Spielecartridges während der andere, kleinere sogenannte „Cards“ schluckte. Diese verfügten über eine begrenztere Speicherkapazität und wurden aus Kostengründen während des Redesigns zum Master System II wieder entfernt.

Wobei ich noch die Urversion mit beiden Slots - Card und Cartridges - hatte. Auf dem Sega lernte ich auch mein erstes RPG kennen, nämlich Miracle Warriors (hier bin ich mir nicht mehr ganz sicher, ob es Miracle Warriors oder doch The Bards Tale auf einem geliehenen C64 gewesen ist?), später folgte dann mit Phantasy Star ein weiteres so genanntes Adventure-Roleplaying-Game. Dank einer eingebauten Batterie in der Cartridges konnten Spielstände gespeichert werden. Zu diesen beiden Spielen aber später, in einen eigenen Artikel, mehr (Edit hier). Kurz zuvor lernten wir dann auch das Pen & Paper kennen und trafen auf "Das schwarze Auge" (DSA).

Etwa zeitgleich kaufte ich den alten C16 von Dennis seinen älteren Bruder ab, welcher damals schon absolut veraltet gewesen war (der C16, noch mit Datasette). Mein Freund war überzeugter Atarianer und besaß einen Atari 800 (XE?). Sowohl er auf eben diesen, wie auch ich auf dem C16 versuchten uns im "programmieren" mit Basic, in ganz kleinen Versuchen im Adventure-Genre. Auch dazu später mal mehr. Boulder Dash (mit dem Leveleditor) und Mercenary waren z.B. Games auf dem Atari 800, die mich sehr beeindruckt haben. Später kaufte sich Dennis auch den 2600-Nachfolger Atari 5200 (evt. auch 7800?), der aber eher floppte. Etwa zur gleichen Zeit entdeckten wir auch die Arcade-Spielautomaten in unserer hiesigen Dorfkneipe. Dort standen immer zwei (?) Automaten wie z.B. Ghost´n Goblins, Wonderboy und R-Type. Zur Zeit der ersten Spielezeitschriften wie ASM und später die Power Play, schnippelten wir uns unsere eigenen Zeitungen und fantasierten mit Spielewertungen. Damals waren wir wohl das, was man heute gemeinhin als "Nerd" bezeichnen würde.

Es folgten noch der NES-Nintendo (kleine graue Brotdose) sowie dessen Nachfolger, der Super NES. Aus dieser "Ära" wird mir immer Zelda in Erinnerung bleiben und auch mit Secret of Evermore verbrachte ich viele Stunden. Damit schloss sich langsam auch meine Konsolenzeit (die bis heute andauert) und ich kaufte mir mit dem Amiga 500 eine wahre Spielhöllenmaschine.

Der Commodore Amiga 500 ist der erfolgreichste Computer aus der Amiga-Serie von Commodore und stand hauptsächlich in Konkurrenz zum Atari ST sowie später dem PC. Er wird von vielen Fans als Nachfolger des "kleinen" Commodore C-64 gesehen, obwohl Commodore bereits 1985 den Amiga 1000 auf dem Markt einführte, welcher sich allerdings auch aufgrund des recht hohen Preises gerade bei den Computerspielern nicht durchsetzen konnte. Gerade in Europa verbreitete sich der Amiga 500 schnell, vor allem auch dank Unterstützung zahlreicher englischer Softwarefirmen. Zu seiner Blütezeit Ende der 80er - Anfang der 90er Jahre kamen aus aller Welt hochklassige Spieleumsetzungen und Eigenentwicklungen auf den Markt, die Speichererweiterung auf 1 MB RAM wurde zur Pflicht.

Mir würden viele Spiele einfallen, die mich damals fasziniert haben. Zusammen mit einem (mittlerweile anderen und noch heute sehr guten Kumpel) Schulfreund suchteten wir teilweise nächtelang Bundesliga Manager und Sensible Soccer durch, war begeistert von Syndicate, Battle Isle oder Cadaver, ich erinnere mich an Eye of the Beholder und Pools of Darkness von SSI und natürlich die P&C-Adventures von Lucasfilm und Legend of Kyrandia. Bis wir uns dann eines Tages für andere "Amigas" interessierten...

...damit begann auch eine Zeit, in der ich weniger daddelte und dafür wieder mehr Fußball spielte und auch die Disko - und Mädchenzeit war angebrochen. 1996 kaufte ich dann meinen ersten PC (Fujitso Siemens) mit Windows 95. Das Vorgängersystem Win 3.1 kenne ich aber noch von meiner Arbeit, hatten wir damals noch, aber nicht mehr wirklich im Einsatz. Auch auf dem PC anfangs Bundesliga Manager (Anstoss) und vor allem Strategie-Simulationen wie Civilization, Age of Empires und Master of Orion. Natürlich auch Adventures (u.a. Lucasarts) und Rollenspiele wie Amberstar, Albion, der DSA-Nordlandtriologie, Anvil of Dawn und zahlreiche andere Spiele bis ich mich 2005 nach zuletzt GTA - San Andreas und Morrowind schließlich für lange Zeit fast ausschließlich den MMORPGs, also besonders World of Warcraft widmete. Erste "Multiplayer"-Erfahrungen sammelte ich allerdings schon mit Dark Age of Camelot (nur kurz) und wesentlich früher mit den so genannten MUDs - Multi User Dungeons (Unitopia)

Bei UNItopia handelt es sich um eine virtuelle Welt mit Rollenspielcharakter. Wie in anderen Rollenspielen gibt es kein festgelegtes Spielziel. Ein erschaffener Charakter betritt und erkundet diese virtuelle Welt. Der Charakter gewinnt durch das Erkunden der Welt, aber auch das Lösen von gestellten Rätsel oder das Spielen von Spielen, an Erfahrung. Mit dem Erfüllen von bestimmten Anforderungen gewinnt der Spieler an Privilegien. UNItopia besteht aus zwei miteinander verbundenen Welten. Der eine Teil Magyra besteht wie in allen MUDs aus einer Phantasiewelt. Der andere Teil Campus ist eine Nachbildung des Campus der Stadt Stuttgart.

und in der Socialising-Metropole Funcity des Radiosenders FFN aus Niedersachsen (Hannover), einer Onlinecommunity für Spiel, Spaß und Chats, die bereits 1994 ins Leben gerufen wurde (und damit zehn Jahre vor Facebook). Und das ganze nur mit einem 56k-Modem...

Raiders of the Lost Ark (Video)

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Gaming-Evolution (1990er)

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Albaster 10/30/2015 19:45

Richtig. Bis zum SNES, bzw. den Sega Mega Drive, vor allem mit Phantasy Star 2, bei meinem Kumpel habe ich mit Konsolen nichts mehr zu tun gehabt. Bis in die jetzige Zeit und meine Kinder mit einem Nintendo 2DS anfangen, in die Welt der Videospiele einzutauchen. Ich habe mich allerdings immer wieder für Spiele auf Konsolen (z.B. Heavy Rain), interessiert.

Da ich ursprünglich also von den bunten Konsolen komme, war ich bis vor ein paar Jahren auch sehr affin gegenüber JRPG, vielleicht habe ich auch deshalb sehr lange WoW gespielt. So kam mir auch schon der Gedanke, Zelda - Ocarina of Time für den 2DS zu holen, nicht aber für meine Kinder...

Grüße, Albaster

Poly 10/25/2015 22:36

Dann hast du also die ganze Konsolenwelt ab der 32-Bit-Ära ignoriert?