Anonymous erklärt Terror den Cyberkrieg

Veröffentlicht auf von Albaster

Wie vor kurzem gelesen:

Anonymous hat dem IS den Cyberkrieg erklärt. Die Organisation soll in einem achtstufigen Plan vernichtet werden.

und

Eine gesichtslose Gruppe erklärt der anderen den Krieg.

Spiegel Online schreibt dazu:

Aktivisten unter der Flagge von Anonymous und andere Hacker bekämpfen den "Islamischen Staat" im Netz. Sie brandmarken IS-Accounts bei Twitter, attackieren Websites - und leiten Daten an US-Behörden weiter.

...

Manche Hacktivisten, einst erbitterte Feinde aller US-Behörden, arbeiten im Kampf gegen den IS der US-Bundespolizei FBI und anderen Behörden zu.

Was genau Anonymous erreichen will, kann in den oben verlinkten Artikeln nachgelesen werden, aber unabhängig davon und auch wenn es weitaus mehr braucht, den IS wirklich zu "treffen", war es für mich nach all den letzten, negativen und traurigen Nachrichten einfach mal ein positiver Lichtblick.

Denn das ist auch eine Form von Zusammenhalt. In Zeiten wie diesen sind Attribute wie Freundlichkeit, Einigkeit und eben Zusammenhalt wichtiger denn je. Einfach mal andere Menschen anlächeln, einem anderen Autofahrer die Vorfahrt gewähren lassen oder nette Worte mit den vielleicht sonst so anonymen Nachbarn wechseln. Jetzt wird vielleicht gedacht, sollte ja selbstverständlich sein... Ist es das?

Veröffentlicht in Persönliches, Netznachrichten

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Joss 11/20/2015 10:48

Mich frustriert es die Tage eher wie sich der französische Staat im Inneren militarisiert. Ausnahmezustand? Da haben die Spanier nach den Anschlägen in Madrid aber noch wesentlich maßvoller agiert. Terror wird sich immer dadurch auszeichnen, dass man ihn nicht verhindern, denn er entzieht sich ja gerade der Prognose und Verfolgung, sondern nur seine Ursachen bekämpfen kann. Buddy Deals mit Saudi Arabien, die zu den sehr engagierten Unterstützern des Terrors gehören, ein schwelender Krieg in Israel/Palästina, die problematischen Interventionen im Mittleren Osten. Der Westen hat das alles mitproduziert, die UNO und diplomatische Optionen vernachlässigt.

Dort vor Ort ist solcher Terror Dauerzustand, das müsste sich der Westen (selbst ein Konstrukt aus vielen divergierenden Politiken) als erstes vergegenwärtigen. Unsere amerikanischen Freunde schicken doch täglich Liebesgrüße aus Washington in den Irak, nach Syrien, Afghanistan. Das ist ein Krieg, der fernab der Öffentlichkeit stattfindet und laufend Kollateralschäden verursacht, weil man das eigene Interesse gegenüber den Kollateralschäden abwägt. Ein Familienhaus ist okay, ein Krankenhaus nicht. Entschädigungen gibt es nie, kürzlich erst bombadierte man eine Klinik in Kundus bei der auch mehrere Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen ums Leben kamen. Das ist der Alltag dieser Menschen dort und bei uns setzt man die Verfassung in Teilen außer Kraft, wenn es einen Anschlag gibt, bei dem mehr als 10 Menschen umkommen.

Mein Lichtblick wäre ein Politikwandel, eine Einsicht, wie man Konflikte frühzeitig einhegt und ausgebrochene gemeinschaftlich im Abgleich von Werten und Interessen verhandelt und bearbeitet. In Syrien beispielsweise müsste man mit Russland und dem Iran verhandeln, um nicht nur die halbwegs demokratischen Kräfte vor Ort zu unterstützen, sondern auch Assad ein Angebot (drei Yachten und 100 Nutten auf Tahiti) zu machen, das er nicht ablehnen kann. Fast alles, was dieser Tage jedoch verhandelt wird, sind Symbolpolitiken. Schlimmstenfalls enden die dann in der Beschneidung bürgerlicher Freiheitsrechte.

Joss 11/22/2015 13:59

Das Versalzen der Suppen, da würde ich meinen, das ist eben Politik. Politik ist nicht etwas auf die Agenda zu setzen und zu warten bis es sich durchsetzt, sondern das Netz an Verhandlungen drumherum. Leider geben viele Medien, auch die ÖR, ein sehr naives und infantiles Bild von weiter. Mit ein Grund, warum so viele Bürger dann auch immer wieder enttäuscht sind und sich abwenden. In politische Konflikte mit divergierenden Interessen zu intervenieren und dahinein Option zu entwickeln, ist schon eine hohe Kunst. Der Bürger denkt sich das immer a la Vorschlaghammer, aber so funktioniert es eben nicht. Damit würde es mal anfangen, mit einem reiferen Verständnis von und mehr Einsicht in die Politik. Und darauf aufbauend eine Stärkung von Organisationen, die breite Deckung und damit überhaupt erst die Chance auf umfängliche Lösungen mitbringen. Skandinavische Außenpolitiken waren hier historisch betrachtet oftmals vorbildlich auf- und eingestellt.

Albaster 11/21/2015 01:01

"Mein Lichtblick wäre ein Politikwandel"

Ein Politikwandel? Wie kompliziert und schwergängig diese Politik ist, lässt sich doch überall erkennen. Allein am Beispiel Saudi Arabien und wie die westliche Welt damit umgeht. Da werden Waffen geliefert für Milliarden, und auch wenn es heute vielleicht nicht mehr so ist, wer weiß wohin Teile davon gewandert sind. Saudi Arabien hat Organisationen wie dem IS Jahrelang unterstützt, nun werden sie selber ein Problem damit bekommen. Der Westen aber "braucht" Saudi, denn sie sind auch eine Form von "Stabilität" in dieser Region und nicht zuletzt "Partner" gegen den Iran. Ein anderes Beispiel ist das Öl, egal wo Krieg auf der Welt ist, verdient Saudi Arabien daran. Jetzt bieten sie ihr Öl immer billiger an, um das Fracking der Amerikaner unrentabel zu machen um diese Konkurrenz zu zerstören. Jetzt ist auch noch ein Saudi an der Spitze des UN-Menschenrechtsrats, im ernst? Aber ich schweife ab...

...mein Lichtblick wäre auch mehr Zusammenhalt in dieser Welt, nicht nur unter Nachbarn. Vielleicht hätte ich kleiner Lichtblick schreiben sollen. Annährung und Gespräche mit den Russen sind da nur ein kleiner Schritt, aber ein Anfang. Dann braucht es Einigkeit, und da wird es dann irgendwo wieder scheitern, weil letztendlich jeder sein eigenens Süppchen kochen will und/ oder nicht auf Macht(einflüsse) verzichten möchte.

"Dort vor Ort ist solcher Terror Dauerzustand, das müsste sich der Westen (selbst ein Konstrukt aus vielen divergierenden Politiken) als erstes vergegenwärtigen."

Etwas schreckliches vor der eigenen Haustür wird immer ganz anders wahr genommen. Von Medien und Bürgern. Erst heute ist in Mali wieder was passiert. Ähnlich ja mit den Flüchtlingen, die im Mittelmeer ertrinken, immer wieder können wir in der Zeitung darüber lesen. Aber das genau so viele in der Wüste sterben und nie das Mittelmeer erreichen, die meisten in Mali (aha) hängen bleiben, kommt hier doch gar nicht an. Mann muss immer die Ursachen ergründen und abstellen, die "Symtome zu behandeln" reicht nicht.