DSA - Das Schwarze Auge

Veröffentlicht auf von Albaster

Das Schwarze Auge (kurz DSA) war das erste und eigentlich auch einzige Pen&Paper-Rollenspiel, welches ich aktiv gespielt habe. Zuerst etwa 1987/88 in Berührung gekommen war ich zwar sehr fasziniert, eine feste Spielergruppe habe ich jedoch nie angehört, dennoch übte es eine sehr spannende Aura aus, so mit der Maske des Meisters und dem Gesetz des Schwarzen Auges. Ganz kurz, um was es sich bei DSA überhaupt handelt:

Das Schwarze Auge – abgekürzt DSA – ist ein Pen-&-Paper-Rollenspiel, das von Ulrich Kiesow entwickelt und 1984 veröffentlicht wurde. Es spielt auf den Kontinenten Aventurien, Myranor (Güldenland) und Uthuria der fiktiven Welt Dere.

Die deutschen Buch- und Spieleverlage und die deutsche Fantasy-Szene waren nach dem Erfolg von Dungeons and Dragons über den Boom für Fantasy-Pen-&-Paper-Rollenspiele zu Beginn der 1980er Jahre beeindruckt. Nachdem Schmidt Spiele und Droemer Knaur das TSR-Angebot 1982 zur Übersetzung und Lizenzierung von D&D zu kostspielig gewesen ist, suchten beide Verlage nach einer Alternative und beauftragten die rollenspielbegeisterten Kiesow, Fuchs und Alpers mit der Erschaffung einer eigenen Welt. So enstand das Rollenspielwerk "Aventuria", das Marketing von Schmidt Spiele erfand jedoch den Titel Das Schwarze Auge und riet von Aventuria ab.

Seit 1984 wurden in der Summe rund 5 Millionen DSA-Regelwerke (Boxen und Hardcover), Spielhilfen und Abenteuer verkauft. (Diese Zahl beinhaltet keine DSA-Romane, Aventurische Boten oder andere Publikationen, wie z. B. Armalion oder Miniaturen). Zur Zeit befindet sich DSA in der fünften Regeledition und gehört zum bekanntesten und erfolgreichsten deutschen Rollenspielsystem...

Soviel zur kurzen Einführung, ich denke den Lesern hier wird DSA zumindest als Begriff und Spielausrichtung bekannt sein. Warum ich hier überhaupt über DSA schreibe, ist der Nordlandtrilogie zu verdanken. Auf der Suche nach einem oldschooligen Rollenspiel auf dem PC bin ich auf die Schicksalsklinge gestoßen, welches 2013 als HD-Version neu aufgelegt wurde. Dieses Remake war ein Desaster und entsprechend vernichtend die Wertungen, die Entwickler jedoch haben sich ans Herz gefasst und patchen unzählige Male nach, bis "Schick HD" zu dem Spiel geworden ist, wie es ursprünglich auch geplant war. Mittlerweile ist der Hauptpatch 1.36 Stand, es gibt 3 DLCs und einige sehr interessante Mods. Nachdem ich eine gebrauchte Collectors Edition für ein paar Euro erworben habe, bin ich nach einigen anfänglichen Fragestellungen im offiziellem Forum auch faktisch problemlos ins Spiel gestartet, mitsamt DLCs und Mods. Es war sehr interessant, eine entsprechende Abenteuergruppe zu erstellen und hatte dabei viel Spaß, wie schon damals, wenn mich meine tiefen Erinnerungen nicht täuschen und so spiele ich mit Thorwaler, Zwerg, Streuner, Wald - und Auelf sowie Magier, bewusst verzichtet habe ich bislang auf einem Krieger.

Tatsächlich ist in Schicksalsklinge viel Mikromanagement nötig, Geduld und auch ein wenig Frusterträglichkeit, denn die taktischen Kämpfe spielen sich ungewohnt zäh und langatmig, dennoch gibt es auch unzählige Verbesserungen und Erleichterungen zum Original von 1992.

DSA - Das Schwarze Auge
DSA - Das Schwarze Auge

Schicksalsklinge spielt überwiegend in Thorwal, thematisiert wird eine Orkbedrohnung:

An der Westküste von Aventurien, in der Region um Thorwal, rotten sich die Orks zusammen. Der Spieler bekommt den Auftrag, mit einer Gruppe Abenteurern das legendäre Schwert Grimring (die Schicksalsklinge) zu finden, um den Eroberungsplan der Orks zu unterbinden.

Während der Suche nach dem Schwert hat der Spieler die Gelegenheit, die gesamte Region um Thorwal herum frei zu erkunden. Er kann Nebenaufträge annehmen, um seine Ausrüstung und seine Spielfiguren zu verbessern oder einfach einem Hinweis nach dem anderen nachgehen. Während der Reise lässt sich eine Reihe von Dungeons erkunden, aber auch sie sind zum Großteil keine Pflicht.

Es besitzt also eine relativ große Reise - und Erkundungsfreiheit und das ist genau der Punkt, den ich sehr attraktiv finde, jede Reise sollte gut vorbereitet sein. So muss die Ausrüstung entsprechend der Jahreszeiten (Kälte) und der Landschaft (Nässe) ausgelegt und genug Nahrung vorhanden sein, sonst hungern die Recken oder werden krank - die Gefahr und Strapazen einer langen und gefährlichen Reise sind also greifbar. Helden die Sterben, können nur durch Wunder auferstehen, da kann ein Abschied schonmal endgültig sein...

Noch bevor ich das Spiel in den Händen gehalten habe, schmökerte ich in meine DSA-Sammlung habe mir die Thorwal-Regionsbeschreibung geschnappt um mich einzulesen und war sofort wieder infiziert mit dem Rollenspielfieber vom DSA-Pen&Paper und habe meine Sammlung einmal genauer betrachtet, denn bis heute fehlen mir noch ein paar ältere aber nicht minder interessante Produkte, die ich schon noch gerne haben würde.

Meine DSA-Sammlung
Meine DSA-SammlungMeine DSA-Sammlung

Meine DSA-Sammlung

Bild oben: Die Boxen sind so weit alle komplett, bedeutet alle Hefte, Karten, Spielhilfen, Würfel und Dokumente sind vorhanden, nur die schwarze Maske fehlt leider bei den "Werkzeugen des Meisters", nicht das ich sie je aufgesetzt hätte, aber einen bestimmten Sammlerwert dürfte sie heute erzielen. Die ersten Basisregeln (Box oben links) beinhaltet noch die "unzensierte Fassung" des Abenteuers "Silvanas Befreiung", welche damals einigen Wirbel und heute für eher ein unglaubwürdiges Lächeln sorgt(e):

Da Pen-&-Paper-Rollenspiel, das von Ulrich Kiesow 1984 für Schmidt Spiele in Kooperation mit Droemer Knaur herausgegeben wurde, enthielt als Beilage einige Zeichnungen mit gewalttätigen Szenen. Die wurden später mit der 2. Auflage abgemildert.

und

Weil Schmidt Spiele zunächst so naiv waren, davon auszugehen, die Zielgruppe für DSA seien Kinder - daher sieht die verhältnismäßg kleine Maske des Meisters auch ziemlich lächerlich auf dem Kopf eines Erwachsenen aus - ist die Darstellung des voyeuristisch durch ein Fenster schauenden Alrik zumindest prekär. Silvana repräsentiert hier ziemlich eindeutig ein Lustobjekt. Fesselung und halbnackte Brust konnotieren durchaus sadomasochistische Phantasien. Die Bondage-Thematik dürfte ebenso Grund für die Entfernung des anderen Bildes sein - wohingegen die Alte kaum als weiblich zu identifizieren ist. Meines Erachtens - und vor dem Hintergrund Kindern und Jugendlichen zugänglicher Medien in der heutigen Zeit - ist diese Sichtweise piefig und kaum noch nachzuvollziehen, jedoch kulturhistorisch interessant.

Quelle

Bild unten links: Die Abenteuer hier sind die neun Ältesten meiner Sammlung, damit aber nicht alle.

Bild unten rechts: Die Bücher 1,2 und 5 stammen aus Boxen, wie einige andere Artikel habe ich vor etwa 10 Jahren bereits meine Sammlung erweitert und ergänzt. Leider sind diese Boxen entsprechend unvollständig. Primär ging es mir um die alten DSA-Produkte von Schmidt Spiele (DSA 1+2), wollte aber auch Inspirationen für ein Rollen-Brettspiel haben, welches mir bis heute "vorschwebt". Die Hefte 3 und 4 gehören zur Thorwal-Box, die - bis auf die eigentliche Box - vollständig ist. Ebenfalls vollständig aber ohne Box ist "Das Land des Schwarzen Auges" (6 und 7). Buch 8 "Lockrufs des Südmeers" (Neuauflage einer Tetralogie) ist vor kurzem von mir bei Ebay für 18 Euro ersteigert worden. Generell sind viele alte Produkte der ersten Auflagen von DSA recht überteuert zu bekommen, umso mehr freue ich mich auf die Orkland-Box (1. Auflage, 15 Euro), die bald hier ankommen dürfte und vorzüglich zur oben genannten Nordlandtriologie passt.

Grundsätzlich würde ich mir noch gerne ein paar alte Boxen und Abenteuer kaufen, wenn ich sie für erträgliche Preise finden würde, folgende Publikationen stehen auf meiner Liste:

Al Anfa und der tiefe Süden (Box), DSA Professional Set 2 (Box), Orkland-Trilogie (Abenteuer), Phileasson-Saga (Abenteuer), Die Geheimnisse von Grangor (Abenteuer), Schwarze Eiche-Kampagne (Abenteuer), Ein Stab aus Ulmenholz (Abenteuer), Verrat auf Arras de Mott (Abenteuer), Das Bornland (Spielhilfe), Am Großen Fluss (Regionalband), Rauhes Land im hohen Norden (Box), Die Magie des Schwarzen Auges (Box) und einigen weiteren, älteren Abenteuern der A und B-Reihen aus dieser DSA-Zeit.

 

Links und Lesetipps zum Thema

Offiziell, Forum

http://www.crystals-dsa-foren.de/

http://www.bdsa.de/

http://nandurion.de/

http://www.arkanil.de/

http://www.zeit.de/digital/games/2011-09/das-schwarze-auge-online

https://www.orkenspalter.de/index.php/Thread/9685-Orkland-Trilogie-und-Phileasson-Saga/

https://alles-ist-zahl.blogspot.de/

https://goblinbau.wordpress.com/

http://www.teilzeithelden.de/

Podcast: http://dsa-intime.de/

 

DSA - Das Schwarze Auge

Veröffentlicht in Pen&Paper, Retrospektive, 1980er, DSA

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onlinegames 11/19/2016 22:15

Danke für deinen Artikel und deine gute Bewertung für DSA :) Was du schreibst stimmt, in der Grundversion des Remake Schicksalsklinge ist so einiges schief gelaufen. Die Patches haben aber alles wieder geradegebogen, was vorher nicht so passte :) Ich lege Schicksalsklinge jedem ans Herzen, schon alleine wegen der vielen klasse Mods, die nochmal einen enormen extra Spielspaß mitbringen. Für Deine DSA Sammlung könntest du bestimmt eine stattliche Summe bekommen. Ich schaue auch immer mal wieder bei Ebay rein - da muss man Glück haben, was du wohl mit 15€ für die Orkland-Box hattest :), da kann man nichts dagegen einwenden! Viel Spaß damit :)